Konsequenzen für das Lehren und Lernen mit Technologien – Diversität unterstützen
Das Bild der „Netzgeneration“ wurde zahlreich als Begründung für neue Lehr- und Lernsettings mit Technologien genutzt. Was bedeutet die Erkenntnis, dass die generalisierende Annahme einer einheitlich kompetenten jüngeren Generation von Mediennutzerinnen und Mediennuntern nicht der Realität entspricht, nun für das Lernen und Lehren mit Technologien? Entfällt die Herausforderung für das Bildungssystem? Die Antwort ist eindeutig: Nein, die Herausforderung ist nur anders gelagert. Sie besteht nicht wie Prensky und andere argumentieren in der Notwendigkeit, digitale Medien in Lern- und Lehrarrangements zu integrieren, um den medienkompetenten Jugendlichen passende Lehrangebote zu machen. Sie besteht vielmehr darin, die Diversität der Kinder und Jugendlichen auch in puncto Mediennutzung anzuerkennen und die unterschiedlichen Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, sozio-ökonomischer Status sowie Medienpräferenzen und vorhandene Medienkompetenzen in ihren unterschiedlichen Ausprägungen bei der Einführung von Technologien in Unterricht und Lehre hinreichend zu berücksichtigen und so passgenaue Angebote zu entwickeln. Für Jugendliche, die von Exklusion in der Mediengesellschaft bedroht sind, gilt es zusätzlich, geeignete Fördersysteme zu entwickeln (BMBF, 2010).
Auch in späteren Studien wurde gezeigt, dass eine homogene Generation, die sich durch Medienkompetenz auszeichnet nicht halten lässt. Gerade durch Studien wie ICILS (2018) wird sichtbar, dass digitale Kompetenz keine automatische Folge frühen Medientkontakts ist. Eine viel wichtigere Aussage, die die angeführten Studien aufzeigen ist: Digitale Medien sind nicht mehr aus dem Leben Jugendlicher wegzudenken, und wie bei so vielen gesellschaftlichen Problematiken gibt es Unterschiede zwischen sozialen Schichten, Geschlechtern, Alter und Bildungsgrad. Was bedeutet das nun für Schule und Bildung? Die Herausforderung besteht nicht nur darin, möglichst viele digitale Technologien in den Unterricht zu integrieren, sondern auch darin, differenzierte, passgenaue und fördernde Lehr- und Lern-Settings zu schaffen, die versuchen die Unterschiede auszugleichen, und dort zu unterstützen und fordern wo es notwendig ist. Digitale Bildungsangebote müssen daher sowohl die digitale Teilhabe als auch die Kompetenzförderung aktiv in den Blick nehmen.
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Diverse empirische Studien zum Mediennutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen belegen eine hohe Mediennutzung und ebenso einen weit verbreiteten Umgang mit verschiedenen Internetdiensten unter Kindern und Jugendlichen. Sie zeigen aber auch erhebliche Unterschiede in Nutzung und Gebrauch auf: Soziodemographische Daten wie Geschlecht, Bildungsabschluss, Einkommen beeinflussen Art und Zweck der Nutzung von Medien und speziell des Internets. Die Aufgabe der Digitalen Bildung ist es, dieser Vielfalt gerecht zu werden, und besonders den Jugendlichen den kritischen und differenzierten Blick auf mediale Inhalte zu geben.
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