Einleitung
Seit Beginn des Zeitalters des Internets, Web 2.0 und der weiten Verbreitung von mobilen Endgeräten sind moderne Technologien auch aus dem Bereich des Sprachenlehrens und -lernens kaum mehr wegzudenken (Nieweler, 2006). Im Sprachenklassenzimmer von heute wird erwartet, dass Werkzeuge und Kommunikationsformen, die in der Freizeit Anwendung finden, auch für den schulischen Kontext nutzbar gemacht werden. Weiterentwicklungen in den Bereichen KI, Natural Language Processing (NLP) und Machine Learning können auch im Fremdsprachenunterricht vermehrt Anwendung finden in der Erstellung von authentischen Materialien, der automatisierten Unterstützung bei Verbesserung/Übersetzung von Texten oder der Übung des Sprachgebrauchs mithilfe von Chatbots (European School Education Platform, 2024).
In einer globalisierten Welt kann Lernen und Lehren auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Voraussetzungen von Lernenden besser eingehen. Moderne Technologien eröffnen enorme Möglichkeiten für verstärkte Individualisierung. Sie machen Lernende räumlich und zeitlich weitgehend unabhängig und erleichtern selbstbestimmtes, autonomes, konstruktivistisches Lernen (Nieweler, 2006; Schmidt, 2005; vgl. Kapitel #lerntheorie). Für den Fremdsprachenerwerb und -unterricht ermöglichen sie neben leicht zu realisierender Informationsbeschaffung eine globale Vernetzung, weltweite Kommunikation und Kooperation und den Zugang zu topaktuellen authentischen Quellen und Unterrichtsmaterialien. Ebenso sind moderne Technologien in der Lage durch zahlreiche digitale Tools, welche in den letzten Jahren entwickelt wurden, eine spielerische Umgebung für den Spracherwerb zu schaffen.
Der „Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen“ (GERS) definiert fünf Fertigkeitsbereiche, nämlich: „hören“, „lesen“, „zusammenhängend sprechen“, „an Gesprächen teilnehmen“ und „schreiben“ (ÖZG, 2009, 10; siehe Abbildung 1), die sich, wie auch Abbildung 1 zeigt, in konkreten Kommunikationssituationen überschneiden und somit nach Möglichkeit auch integrativ und nicht isoliert gelehrt und gelernt werden sollten.
Dieses Kapitel wird zunächst über den (möglichen) Technologieeinsatz beim Sprachenlernen berichten und sich dabei an der Struktur des GERS orientieren. Im Anschluss werden Projekte wie das europäische Sprachenportfolio beschrieben, Webangebote für Lernende und Fortbildungsangebote für Lehrende genannt und abschließend ein konkretes Beispiel für die Anwendung im Schulunterricht gegeben.
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Die URL von diesen und allen weiteren im Kapitel genannten Angeboten finden Sie bei Diigo (https://groups.diigo.com/group/l3t_20) unter den Schlagworten #l3t und #sprache bzw. #l3t_sprache.
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