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Exemplarische Lehrkonzepte von Fernuniversitäten

Wie sich die Technologien ins Lehrkonzept einbinden lassen und welche Anforderungen sich für die Beteiligten ergeben, wird im Folgenden veranschaulicht. Als erstes Beispiel wird auf die Open University UK als eine der größteten Fernuniversitätten Europas eingegangen. Es folgt die Darstellung fachspezifischer Lehrkonzepte aus der einzigen staatlichen, deutschsprachigen FernUniversität in Hagen. Abschließend wird das Lehrmodell der Universitat Oberta de Catalunya als Beispiel für eine relativ junge und innovative Online-Universität vorgestellt.

Technologieeinsatz in der Open University UK (OUUK)

Die Open University in Großbritannien (gegründet 1969) setzte anfangs ganz traditionell auf gedrucktes Studienmaterial, welches durch Lehrfilme, die in Kooperation mit der BBC entstanden, und Präsenzbetreuung von Kleingruppen durch Tutorinnen und Tutoren in den Studienzentren ergänzt wurde. Seit knapp zehn Jahren wird ein umfassend angepasstes Moodle als zentrale Lernplattform genutzt. Darüber hinaus werden eigene, freie Lerninhalte über die Plattform Open LearnOpenLearn (http:https://www.open.edu/openlearn/) bereitgestellt. ImÜber OpenOpenLearn Learn LabspaceCreate (http:https://labspace.www.open.ac.uk/edu/openlearncreate/) werden ferner allgemein verfügbare Open Educational Resources (OER) gebündelt angeboten (vgl. Kapitel #openness). Zukünftig will dieDie Open University nochhat mehreinen IT-Technologien„Teaching einsetzenand undLearning die Abhängigkeit vom gedruckten Studienmaterial verringern. Damit soll neben einer Optimierung der Geschäftsprozesse auch die Gestaltungsmöglichkeit der StudierendenPlan“ für eigenedie LernwegeJahre verbessert2022 werdenbis 2027 veröffentlicht in der die zukünftigen Prioritäten festgelegt wurden (OUUK, 2012)2022). Als besonders relevant für das Lehren und Lernen mit Technologien können die Prinzipien 1 und 5 angeführt werden. Ein hochwertiges und unterstütztes Fernstudium soll durch innovative Lehr- und Bewertungsmethoden ermöglicht werden und Lehre und Lernen werden als ein akademisch anspruchsvoller und forschungsbasierter Prozess konzipiert und umgesetzt.

Lehrszenarien aus der FernUniversität in Hagen

Der neben dem gedruckten Studienbrief vorhandene „Werkzeugbaukasten“ der FernUniversität in Hagen enthält eine Vielzahl von historisch gewachsenen IT-Tools für die Präsentation des Lehrangebots, der Lehrinhalte sowie für die Kommunikation zwischen Lehrpersonal und Studierenden und für die Vernetzung der Studierenden selbst. Einen guten Überblick hierüber bietet dasder WikiKompass Lehre Praktisch“(Kompass Lehre, (http://wiki.fernuni-hagen.de/lehrepraktischFeU, 2024a)). Dabei liegt der Medienmix in der Hand der Lehrenden und ist je nach Lehr-/Lernszenario unterschiedlich. AlsBeispielhaft zentralewerden Lernplattform4 wirdunterschiedliche MoodleLehr- eingesetzt,und fürLernszenarien angeführt:

  • Asynchrone Formate mit geringer Interaktion (Typ I): Schriftliche Materialien, Video- und Audioformate
  • Synchrone Formate mit geringer Interaktion (Typ II): Online-Übungen, einePräsenz- Eigenentwicklung.und Hybridvorlesungen
  • Asynchrone Formate mit hoher Interaktion (Typ III): Moodle- und H5P-Aktivitäten
  • Synchrone Formate mit hoher Interaktion (Typ IV): Online-, Präsenz- und Hybrideinheiten unter intensiver Beteiligung der Studierenden (kollaborative Methoden wie unter anderem „Flipped Classroom“)

Klausuren können alssowohl Scan-Klausuren mit automatischer Auswertung angeboten werden. Ebenso werdeninndliche Prüfungen bei Bedarfndlicher als Videoprüfungenauch in schriftlicher Form sowie in Präsenz oder online durchgeführt.hrt werden.

In der Praxis: Betreuung großer Teilnehmerzahlen bei der FernUniversität Hagen mit Moodle

Moodle ist in vielen Studiengängen in das Betreuungskonzept eingebunden. Es haben sich unterschiedliche, fachspezifische Lehrszenarien herausgebildet, vom Moodle-Kurs als Material-Container über zeitlich strukturierte Lesekurse mit thematisch analogen und moderierten Foren bis zur kollaborativen Wissenskonstruktion in Lernaktivitäten wie Wikis oder Datenbanken. Es folgen einige beispielhafte Szenarien:

  • BSc Psychologie: An der Fakultät für Psychologie befinden sich ca. 11.000 Studierende (FeU, 2025b). Die Lehrinhalte sind nach Modulen aufbereitet und werden den Studierenden vorwiegend durch Moodle-Books und Onlinevorlesungen zur Verfügung gestellt. Zudem unterstützen fachlich qualifizierte Online-Tutorinnen und -Tutoren bietendie fürStudierenden. circaDiese 4.000Betreuung Studierendefindet eineüber zeitlicheMoodle statt und inhaltlichezusätzlich Gliederungstehen des LernstoffsForen und beantwortenNewsgroups Fragen inzur thematischen ForenDiskussion zur Verfügung (FeU, 2013c)2024b).
  • BSc of Law: AktuelleAn Informationender undrechtswissenschaftlichen MaterialienFakultät werdenbefinden fürsich ca. 4.10.000 Studierende in(FeU, semesterübergreifenden2025b). MetakursenDie bereitgestellt.Fakultät Auchnutzt den „Blended Learning“ Ansatz mit asynchronen Lernphasen. Für die inhaltliche Umsetzung werden altesemesterspezifische LösungenMoodle-Kurse zuverwendet. EinsendeaufgabenZudem werden virtuelle „Mentoriate“ und Linksvirtuelle zuArbeitsgemeinschaften Videobesprechungenangeboten, vonin Klausurenwelchen zurca. Verfügung gestellt. Zudem wird ein virtuelles „Mentoriat“ mit fachlicher Expertise angeboten (FeU, 2013d). In solchen Betreuungsangeboten werden Fernstudierende durch nebenberufliche80 Mentorinnen und Mentoren betreut,zur Unterstützung der Fernstudierenden zur Verfügung stehen (FeU, 2024c). In diesen Angeboten wird vor allem die jeweilsFalllösungskompetenz Expertinnenvermittelt. undEinsendearbeiten Expertenwerden ihresverwendet, Fachsum sindden undStudierenden Feedback durch ihreexterne HaupttätigkeitKorrektoren meistzu außerhalb der Hochschule berufspraktische Aspekte in das Studium einfließen lassen.geben.
  • Studienberatung: Es werdenwird „Tippsein Moodle-Kurs zum optimalenStudienstart Einstieg“angeboten, der Teil des Onboardings ist. Dieser wird den Studierenden ca. 6 Wochen vor Studienstart zugänglich gemacht und darin finden sich hilfreiche Information und Tipps für ca. 20.000 Neueinsteigende bereitgestelltErstsemestrige (FeU, 2013e)2025c).

Lehrmodell der Universitat Oberta de Catalunya (UOC)

Im Lehrmodell der UOC steht die LernaktiväLernaktivität, die jeweils einen Teil des summativen Assessments ausmacht, im Mittelpunkt des Lernprozesses (UOC, 2009). Ressourcen, Betreuungsangebote und Kollaborationsmöglichkeiten werden, entsprechend desdem Szenarios,Szenario, um eine Lernaktivität herum angeordnet. Wird in einem Szenario beispielsweise Wert auf den Diskurs des Inhalts gelegt, werden entsprechende Kommunikations- und Kollaborationstools angeboten. Sollen Studierende, im Sinne der nutzergenerierten Inhalte, die Lehrinhalte um eigene Beiträge erweitern und ergänzen, werden entsprechende Tools, wie etwa Blogs oder cloudbasierte Textverarbeitungsprogramme, zur gemeinsamen Erstellung, Diskussion und Verbreitung zur Verfügung gestellt und müssen Kriterien angeboten werden, die zur Qualitätssicherung herangezogen werden können. Die einzelnen Lernaktivitäten werden zu Beginn jedes neuen Semesters in Lernumgebungen im Virtual Campus der UOC angelegt. Eine solche Lernumgebung steht maximal 80 Studierenden zur Verfügung und wird jeweils von einer Tutorin oder einem Tutor betreut. Um den Lernprozess erfolgreich abzuschließen, müssen die Studierenden die einzelnen Aufgaben bearbeiten und eine kurze Onlineklausur am Ende des Semesters mitschreiben.