# Persönliche Lernumgebungen (PLE)

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<!-- title: Persönliche Lernumgebungen (PLE) -->


Mit der Entwicklung und dem wachsenden Erfolg von partizipativen Anwendungen im Internet gewann mit sogenannten
persönlichen Lernumgebungen (engl. ‚personal learning environment‘, PLE) ein neues Konzept an Aufmerksamkeit.
Getrieben wurde diese Entwicklung, weil LMSe zu sehr lehrendenzentriert sind und E-Portfolio-Systeme zwar mehr die
Lernenden in den Mittelpunkt stellen, die Funktionalität jedoch eingeschränkt ist. Im Fokus der ‚persönlichen
Lernumgebung‘ stehen also die Lernenden, die sich selbst Webinhalte, Lernressourcen und Lernwerkzeuge so arrangieren
und sie so nutzen, dass sie deren persönliches Informations- und Wissensmanagement, also den eigenen Lernprozess,
unterstützen. Im Unterschied zu den Lernmanagementsystemen fokussieren PLE auf das selbstgesteuerte und individuelle
Lernen. PLE sind Systeme, bei denen Lernende verteilte Online-Informationen, -Ressourcen oder -Kontakte aus
unterschiedlichen Social-Softwareanwendungen und anderen Systemen zentral integrieren und verwalten können und dabei
große Freiräume bei der inhaltlichen Gestaltung haben (Schaffert & Kalz, 2008, 6).

Dabei gibt es unterschiedliche technologische Vorgehensweisen und Realisierungen (Schaffert & Kalz, 2008). Manchmal
wird das persönliche Wissensmanagement unterstützt, indem eigene virtuelle Dokumentationsräume angeboten werden.
Immer häufiger werden jedoch Mashup-Technologien eingesetzt. Eine PLE stellt dann eine technologische Basis dar, mit
Anwendungen und Diensten, die Lernende nach Verfügbarkeit (zum Beispiel in Form von Widgets) beliebig hinzufügen können.
Potenziell stehen den Lernenden dabei Ressourcen und Anwendungen des gesamten Webs zur Verfügung, und natürlich hat auch
in diesem Bereich Künstliche Intelligenz Einzug gehalten. Folgende Funktionsbereiche einer PLE können unterschieden werden:

- individuelle Abonnements von Quellen und Ressourcen sowie Präsentation der Inhalte
- Zugänge zur persönlichen Kommunikation und Netzwerkpflege
- Schnittstellen und Werkzeuge für individuelles aber auch kollaboratives Arbeiten

Das Konzept der persönlichen Lernumgebung wird seit längerer Zeit auf einer breiteren Basis diskutiert. So waren
Olivier und Liber (2001) die Ersten, die diese Idee thematisiert haben. Einige Jahre später waren es die
Entwickler/innen der Blogging- und Social-Networking-Plattform ELGG, die mit den ‚Personal Learning Landscapes‘ ein
integriertes Konzept vorgestellt haben, aus dem sich dann das Konzept der ‚Personal Learning Environments‘ entwickelt
hat (Schaffert & Kalz, 2008). Im Gegensatz zu traditionellen, multifunktionalen, virtuellen Lernumgebungen, die
verschiedene Aspekte in das System integrieren (zum Beispiel Studierendenverwaltung, Kommunikations- und
Kollaborationswerkzeuge), stellt das PLE-Konzept die Lernenden, ihre Aktivitäten und Bedürfnisse in den Mittelpunkt;
es stellt Werkzeuge und Informationen direkt in der PLE des/der Lernenden zur Verfügung.


PLE wurden ursprünglich maßgeblich als Gegenentwurf zu administrativen Verwaltungstools wie LMS kreiert und stellen die
aktiven, selbstgesteuerten Lernenden in den Mittelpunkt. Lernende können in ihrer PLE auswählen, welche Ressourcen sie
nutzen wollen, mit welchen Werkzeugen und wie sie mit ihren Kontakten und Netzwerken arbeiten wollen und können mit der
Mashup-Technologie ihr persönliches Informationsmanagement optimieren. Dies setzt voraus, dass Lernende wissen und einen
Überblick haben, (a) wie die PLE funktioniert, (b) wie sie ihr eigenes Lernen gut planen und durchführen können,
(c) geeignete Quellen auswählen und bewerten können und (d) dass sie geeignete Werkzeuge und Webanwendungen kennen
(beispielsweise Kalender). Damit kein falsches Bild entsteht: Die Bedienung der PLE an sich ist vergleichsweise einfach.
Häufig muss man die einzelnen Anwendungen nur in das eigene Cockpit „ziehen“. Voraussetzung ist jedoch, die vorhandenen
Webanwendungen und Ressourcen auch zu kennen und nutzen zu können. Dies ist also nur bei einer relativ kleinen webaffinen Gruppe selbstgesteuerter Lernenden gegeben.

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### !

Eine PLE ist eine hochgradig individualisierbare Plattform, bei der die Lernenden bestimmen, welche Inhalte sie
angezeigt bekommen und welche Tools sie verwenden.

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### ?

Bitte recherchieren Sie nach aktuellen Tools, die als PLE bezeichnet werden können und analysieren Sie welche
Funktionalitäten diese anbieten. In welcher Weise könnten Sie mit diesen Anwendungen Ihr eigenes Lernen unterstützen?

</blockquote>


## Auswirkungen auf die Gestaltung des Lernens und Lehrens

Diese Systeme halten grundsätzlich das, was sie versprechen: Sie sind in höchstem Grade personalisierbar und Lernende
können ihre individuelle Sicht selbst einstellen. Dies bringt mit sich, dass auch gänzlich neue Kompetenzen seitens der
Lernenden gefordert sind.

Selbstgesteuertes Lernen spielt eine zentrale Rolle und muss eingefordert werden. Darüber hinaus ist das Unterrichten
mit solchen Systemen ebenfalls eine Herausforderung, da es ja keine einheitliche Sicht mehr auf die Inhalte gibt und
alle selbst die benötigten Kommunikationswerkzeuge wählen können. Die Nachvollziehbarkeit von Leistungen erreicht hier
also völlig neue Dimensionen und muss überdacht werden. Hierzu versprechen aber Methoden aus dem Bereich Learning
Analytics (zum Beispiel die Erfassung von Datenspuren innerhalb einer Umgebung) Abhilfe zu schaffen (siehe Kapitel #analyse).