Interaktives Whiteboard
Interaktive Whiteboards sind digitale Präsentationssysteme, die klassische Tafelarbeit mit computerbasierten Funktionen verbinden. Trotz der Namensähnlichkeit stellen sie keine direkte Weiterentwicklung des analogen Whiteboards dar, sondern eine eigenständige Technologie. Häufig werden sie auch nach bekannten Herstellern als „Smart Boards“ bezeichnet.
Technisch handelt es sich um berührungssensitive Oberflächen, auf denen digitale Inhalte dargestellt und direkt bearbeitet werden können. Die Anzeige erfolgt entweder über einen angeschlossenen Projektor oder über integrierte Touchscreens. Die Bedienung erfolgt per Finger oder speziellen Stiften, während eine zugehörige Software Funktionen wie Schreiben, Zeichnen und Speichern unterstützt und sich in gängige Anwendungen wie Microsoft PowerPoint oder Webbrowser integriert.
Ein zentraler Vorteil liegt in der Kombination aus handschriftlicher Eingabe und digitalen Möglichkeiten. Inhalte können wie auf einer Tafel entwickelt, gleichzeitig jedoch gespeichert, weiterverarbeitet und erneut aufgerufen werden. Zudem lassen sich multimediale Inhalte wie Karten, Präsentationen oder Videos direkt einbinden.
Als nachteilig gilt, dass Lehrende häufig weiterhin mit dem Rücken zur Lerngruppe arbeiten. Zudem erfordert der Einsatz technisches Grundverständnis sowie eine funktionierende Infrastruktur. Moderne Systeme ermöglichen jedoch zunehmend eine Steuerung über mobile Geräte wie Tablets, wodurch die Interaktion flexibler gestaltet werden kann.
Neben kommerziellen Lösungen existieren auch experimentelle und kostengünstige Ansätze, etwa die von Johnny Lee Chung entwickelte Variante auf Basis der Nintendo Wii, bei der Bewegungen mithilfe von Infrarottechnologie erfasst werden.
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Johnny Lee Chung hat das Wii-Remote-Projekt als Open Source veröffentlicht, damit die Entwicklung auch nachhaltig und offen ist. Inzwischen gibt es ähnliche Ansätze auch für Virtual-Reality-Displays und für die Xbox Kinect. Infos unterhttp://johnnylee.net/projects/wii/ .
In der Praxis
Interaktive Whiteboards haben mehrere praktische Nachteile. Arbeitet man mit der kostengünstigen Beamer-Lösung, so hat man immer einen Schatten unter der Hand und das Bild auf dem Handrücken und schreibt auf grauer Fläche. Entscheidet man sich für die teurere LCD-Lösung, ist das Glas so dick, dass man bei Seitenblick manchmal die Knöpfe nicht korrekt drückt, da es eine Brechung gibt. Die üblichen Software-Probleme und die Verzögerungen bei Eingaben erfordern zudem leistungsstarke Hardware.