# E-Reader-Formate und HTML5

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<!-- title: E-Reader-Formate und HTML5 -->

Amazons E-Reader-Endgerät namens Kindle wurde 2007 in den USA auf den Markt gebracht und trug wesentlich zur Popularisierung von E-Books bei. Spätestens mit der Verfügbarkeit des Kindle im deutschsprachigen Raum im Herbst 2009 erhielt das Thema E-Books auch hierzulande steigende Aufmerksamkeit. Aber auch mit anderen Endgeräten können E-Books gelesen werden: Neben zahlreichen Programmen sind hier die Kindle-Software für PCs, Android- und iOS-Mobilgeräte sowie die für iOS und seit Herbst 2013 für Mac OS X Mavericks verfügbaren iBooks inklusive interaktiven Elementen zu erwähnen. Für Linux, Windows und MacOS bietet sich zudem die freie Software Calibre an, die eine sehr flexible Verwaltung der eigenen digitalen Bibliothek und deren Synchronisation mit gängigen E-Readern ermöglicht.

Der E-Book-Markt boomt hinsichtlich der Absätze (Kirchner & Robrecht, 2009) und der Vielzahl an Endgeräten sowie Anwendungen. Zudem gibt es eine noch überschaubare Menge an verschiedenen Formaten (einige davon sind auch proprietär). Das bedeutendste Format ist das sogenannte EPUB-Format (electronic publication).

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  <img src="https://raw.githubusercontent.com/ed-tech-at/L3T/refs/heads/main/24_Vom_Online-Skriptum_zum_E-Book/img/01_Icon_für_EPUBFormat.png" alt="Abb. 1: Icon für EPUB-Format">
  <figcaption>Abb. 1: Icon für EPUB-Format</figcaption>
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<blockquote style="background: #FFEBEE; border-left: 10px solid #F44336">

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Sie sind eine technologiebegeisterte Lehrkraft an einer Schule. Nachdem Sie von den Möglichkeiten erfahren haben, die neue Formate für die elektronische Distribution bringen, müssen Sie sich bald mit einer Person im Kollegium mit angeborener Technikskepsis treffen und versuchen, diese Person zu einem Buchprojekt mit Schülerinnen und Schülern zu überzeugen.

- Welche Einwände akzeptieren Sie?
- Wie fordern Sie die Anerkennung der Vorteile ein?
- Welche Gliederung würden Sie ins E-Book übernehmen?

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<blockquote style="background: #FFEBEE; border-left: 10px solid #F44336">

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Erstellen Sie zu einem Thema Ihrer Wahl mit Hilfe einer freien Software ein kurzes E-Book (10 Seiten) im EPUB-Format und lesen Sie es mit einer E-Reader-Software. Damit erhalten Sie einen Einblick in den Produktionsprozess sowie in die Nutzung des abschließenden Produkts.

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### In der Praxis: Ablaufprozess bei der Erstellung von E-Books

</blockquote> An der Technischen Universität Graz wurde ab 2007 ein eigenes Autorinnen- und Autorensystem zur Erstellung von Online-Inhalten entwickelt, der ABC-Manager, welches sich an didaktischen Richtlinien und Erkenntnissen zur Aufbereitung von digitalen Inhalten orientierte (Weitl et. al., 2002; Weitl et. al., 2005). Beim ABC-Manager wurden Inhalte in einzelnen Seiten (Screens) von fixer Größe erstellt und in sogenannten Screen-Pools unabhängig von ihrer späteren Verwendung in einem E-Book gespeichert. Durch Zuordnung eines Screens zu einer Kategorie konnten im späteren E-Book nur Screens einer gewählten Kategorie selektiv angezeigt werden, wodurch Skript- und Präsentationsscreens in einem E-Book realisiert werden konnten. Bei der Erstellung eines E-Books wurden die im Pool abgespeicherten Screens beliebig aneinander gereiht, gemischt und abgespeichert. Screens konnten so mehrfach wiederverwendet und E-Books schnell aus vorhandenen Inhalten erstellt werden. Im Zusammenhang mit der Lernplattform des TU Graz TeachCenters, in der die E-Books des ABC-Managers veröffentlicht wurden, bildeten E-Books der TU Graz einen weiteren Baustein in der Strategie des freien Zugangs und der Verbreitung von Bildungsinhalten, von „Open Educational Resources“. Die Grafik veranschaulicht die Möglichkeiten, mit denen Lehrende an der TU Graz E-Books erstellen und im TeachCenter bzw. in den verschiedenen E-Reader-Ausgabeformaten veröffentlichen konnten. Der ABC-Manager wurde am 30. September 2020 abgeschaltet. 

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  <img src="https://raw.githubusercontent.com/ed-tech-at/L3T/refs/heads/main/24_Vom_Online-Skriptum_zum_E-Book/img/02_Ablaufprozesse_beim_Erstellen_eines_EBooks.png" alt="Abb. 2: Ablaufprozesse beim Erstellen eines E-Books">
  <figcaption>Abb. 2: Ablaufprozesse beim Erstellen eines E-Books</figcaption>
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EPUB ist ein vom International Digital Publishing Forum (IDPF) 2007 entwickelter offener Standard für E-Books auf Basis der Web-Sprache XML. In erster Linie werden Inhalte mit Text- und Bildanteilen unterstützt, wobei das EPUB-Format eine dynamische Anpassung der Inhalte an den Bildschirm des Endgerätes erlaubt. Da dieses Format von vielen E-Readern (nicht aber Kindle) gelesen werden kann, ist es inzwischen das gängigste am E-Book-Markt. Das Format EPUB 3.2 unterstützt die Einbettung multimedialer Inhalte (Audio- und Videodateien wie auch 3D-Grafiken) sowie interaktive Elemente mit Drag&Drop-Funktionalität (zum Beispiel für Quizzes) in das E-Book. Unter anderem können nun auch mathematische Formeln mit MathML direkt dargestellt werden, die zuvor nur als SVG-Grafiken eingebunden werden konnten. Ermöglicht wird dies weitestgehend durch die Weiterentwicklung und Verwendung von HTML-Standards (HTML5, MathML). Auch Amazon Kindle setzt mittlerweile auf HTML5. Als eindrucksvollste Autorensoftware auf Basis dieser Entwicklungen kann Apples *iBooks Author* genannt werden, das von 2012 bis 2020 alle genannten Funktionalitäten bot und dann vom proprietären Textverarbeitungsprogramm Pages abgelöst wurde.