Educasting Wie Podcasts in Bildungskontexten Anwendung findenDas Wortgebilde „Educast“ kombiniert Bildungs- bzw. Lernkontexte mit der Podcast-Technik. Beispiele für Educasts sind zum einen Vorlesungsmitschnitte in formalen Lernsituationen oder dokumentarisch orientierte (oft auch frei verfügbare) Audio- und Videoaufnahmen einzelner Events, die für Lehr- und Lernzwecke eingesetzt werden. Zum anderen findet die Erstellung von Podcasts in Bildungskontexten statt, mit dem Ziel der Förderung einer Medienkompetenz der Lernenden. Zunächst werden in diesem Kapitel Hinweise zur technischen Umsetzung von Educasts gegeben. Für pädagogische Kontexte sind didaktische und lerntheoretische Gestaltungsentscheidungen wesentlich. Daher wird die Nutzung von Educasts entsprechend verschiedener Lerntheorien erläutert sowie ihre didaktische Gestaltung in verschiedenen Lernszenarien mit Beispielen aus der Hochschule, Schule und außerschulischen Jugendbildung beschrieben, um die eigene Planung und Produktion von Educasts anzuregen. Ziel ist es, einen Blick über die traditionelle Instruktion hinaus zu wagen. Dabei wird die Nutzung von öffentlich verfügbarem Medienmaterial für Bildungskontexte aufgezeigt und erläutert wie Educasts im Sinne des konstruktivistischen Lernens von Lernenden selbst erstellt werden können. Als Gründe und Anlässe ihres Einsatzes werden abschließend Educast-Nutzungskontexte unter den Perspektiven von Medienkompetenzentwicklung, von selbstgesteuertem lebenslangem Lernen sowie von Lernen in institutionellen und nicht-institutionellen Kontexten veranschaulicht.Autoren: Isabel Zorn, Heike Seehagen-Marx, Andreas Auwärter, Marc Krüger Überarbeitet von: Gabriel Hölzl Was sind Educasts? Der Begriff Educast bezieht sich heute auf die Nutzung von Podcasts, Screencasts und weiteren Audio- und Videoformaten in Bildungskontexten. Educasts – auch als Educational Podcasts oder Multimedia-Lernangebote verstanden – widmen sich gezielt pädagogischen Themen oder sind in entsprechenden Lernsettings entstanden (Schiefner, 2008, 16). Während früher insbesondere RSS-Feeds genutzt wurden, um Abonnentinnen und Abonnenten über neue Episoden zu informieren, kommen ergänzend auch Push-Benachrichtigungen, Social-Media-Integrationen und KI-gestützte Empfehlungssysteme zum Einsatz. Diese modernen Ansätze erlauben es, Lerninhalte noch gezielter zu verbreiten und individuell auf die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer abzustimmen. Das dem Educast zugrundeliegende Podcast war ein Kunstwort aus dem Markennamen iPod, einem weit verbreiteten Audiowiedergabegerät der Firma Apple Inc., und dem englischen Wort ‚to broadcast‘ mit der Bedeutung etwas zu senden oder aus zu strahlen, was sich im englischen Sprachraum auf die Tätigkeit von Rundfunkanstalten (engl. ‚broadcasting agencies‘) bezieht. Diese Wortschöpfung umfasste den Grundgedanken des Ausstrahlens oder Sendens medialer Inhalte mittels technologischer Publikationsmechanismen auf ein entferntes Wiedergabegerät. In den vergangenen Jahren haben sie jedoch einige funktionale Erweiterungen erfahren, die wiederum neue Wortschöpfungen hervorbrachten: Elektronische Folien (zum Beispiel PowerPoint) können synchron mit der Präsentation aufgenommen und anschließend abgespielt werden. Diese werden als ‚ Enhanced Podcasts ‘ bezeichnet. Mittlerweile hat sich dazu auch das episodale Bewegtbild etabliert. Diese werden als ‚Vodcasts‘ bezeichnet. Mittels sogenannten ‚Screencasts‘ werden darüber hinaus Bildschirminhalte (Screen), zum Beispiel Software- oder Computerinhalte, aufgezeichnet. Die Verbreitung von Graphiken, Bildern und Fotografien an Abonnenten bezeichnet man als ‚Picturecasts‘. Heutzutage gibt es viele neue Möglichkeiten, um Podcasts im Bildungsbereich noch besser zu nutzen. Mit Hilfe von KI können Podcasts automatisch transkribiert und wichtige Stellen hervorgehoben werden. Lernende können an beliebigen Stellen Notizen machen, Quizfragen einfügen oder Links zu weiteren Informationen setzen. Auf modernen Plattformen können sogar mehrere Personen gleichzeitig an einem Podcast arbeiten, Notizen teilen und darüber diskutieren. Außerdem lassen sich Podcasts einfach in Lernplattformen integrieren und an die individuellen Lernbedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer anpassen. Diese Entwicklungen machen das Lernen mit Podcasts interaktiver, persönlicher und deutlich effektiver. Educasts sind heute ein fester Bestandteil verschiedenster Bildungs- und Kommunikationskontexte. Sie werden als Informationsquelle, Ausdrucksmittel individuellen Lernens und als Lernmaterial aktiv genutzt. Neben Schulen und Hochschulen, die Educasts gezielt zur Unterstützung von Präsenz- und Online-Lehre einsetzen, verwenden auch Unternehmen sie im Kunden-Support, zur Vorstellung von Softwarelösungen sowie in der Unternehmenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Auch in außerschulischen Jugendprojekten, in der Erwachsenenbildung und in Weiterbildungsangeboten sind Educasts etabliert und tragen dazu bei, Lernen flexibler, individueller und multimedialer zu gestalten. ! Educasts sind Audio- und/oder Videodateien, die digital zu Lern- und/oder Lehrzwecken bereitgestellt werden. In der Praxis: Werkzeuge und Links für die Erstellung von Educasts Aufnahmetechnik Für die Erstellung von Educasts kommen heute meist digitale Alltagsgeräte wie Smartphones, Tablets oder Laptops zum Einsatz, da sie bereits über hochwertige Audio- und Videofunktionen verfügen. Professionelle Aufnahmegeräte wie Mikrofone, Kameras oder Audiorekorder werden je nach Anspruch ergänzend genutzt. Besonders im schulischen und hochschulischen Bereich erleichtert die breite Verfügbarkeit moderner Technik die Produktion von Educasts erheblich. Auch für die Erstellung von Screencasts stehen zahlreiche benutzerfreundliche Softwarelösungen zur Verfügung, die sowohl auf mobilen Geräten als auch auf Computern genutzt werden können. Zum Beispiel eignen sich hierzu die Open Source Software Open Broadcaster Studio ( https://obsproject.com ) oder auch die freie Software CapCut ( https://www.capcut.com/de-de/ ). Alternativ können natürlich auch kostenpflichtige Programme verwendet werden. Schnitt/Bearbeitung Zur Bearbeitung des aufgenommenen Ton- und Bildmaterials wird ebenfalls Software benötigt, mit der die Aufnahmen geschnitten, verändert, mit Effekten versehen und durch Sounds, Bilder, Text etc. ergänzt werden können. Folgende aus Platzgründen beispielhafte Software dient als Hilfe für einen ersten Start, es sollte aber recherchiert werden, ob nicht leistungsfähigere freie Software verfügbar ist: Zur Audioaufnahme und -bearbeitung empfiehlt sich Audacity ( https://www.audacityteam.org/ ). ur Videoaufnahme und -bearbeitung sind moderne Programme wie Shotcut (Windows, macOS, Linux) und DaVinci Resolve (kostenlose Version mit professionellen Funktionen) sehr empfehlenswert. Für Apple-Nutzer/innen bleibt auch iMovie eine beliebte Wahl. Aufnahmen, Geräte und Bearbeitungsprogramme vergeben beziehungsweise benötigen oft spezifische Dateiformate. Wenn diese nicht kompatibel sind, werden zudem Konvertierungsprogramme benötigt. HandBrake ( http://handbrake.fr/downloads.php ) wandelt beispielsweise DVDs und Videos in gängige Formate wie MP4, MKV und WebM um. Es unterstützt auch die Codierung mit verschiedenen Codecs wie H.264 um Videos für eine Vielzahl von Geräten und Plattformen zu optimieren. Urheberrechte Wer seine Aufnahmen mit Musik oder Bildern ergänzen will, muss sich um Urheberrechte kümmern (siehe Kapitel #recht). Ein Reihe hilfreicher Links finden sich bei Diigo mit Hilfe der Schlagworte #l3t und #educast. Freie Materialien Auch freie Musik und Bilder sind im Internet erhältlich, zum Beispiel auf den Websites von Wikimedia.org oder von Pixabay.com. ? Wie erstelle ich einen Screencast mit OBS? Siehe dazu URL: https://www.youtube.com/watch?v=Q_oPbORgVTk Vorgehen bei der Erstellung von Educasts Die Realisierung von Educasts scheint einfach: Aufnahmesoftware starten, Aufnahme starten, aufzeichnen und kommentieren. Dann wird das Produkt zusammen mit einer textbasierten Beschreibung (‚Shownotes‘) online gestellt und die Zielgruppe wird über die Existenz des neuen Lernstoffs automatisch informiert. Für die erfolgreiche Erstellung von Educasts gilt es, sich mit der Gestaltung des Inhalts, mit den gewählten Technologien und der Veröffentlichung auseinander zu setzen. Dazu werden in der Box ‚### In der Praxis‘ oben Tipps für Werkzeuge und Webadressen gegeben. Gestaltungsprinzipien, die auf Erkenntnissen der Gedächtnispsychologie beruhen, wie zum Beispiel der kognitiven Theorie multimedialen Lernens (Mayer 2005), sind dabei zu beachten (beispielsweise das Verhältnis von visuellen und auditiven Informationen, Split-Attention-Effect etc.) (siehe Kapitel #gedaechtnis). Für die Entwicklung von Educasts gilt zum einen, didaktische Prinzipien sowohl bei der Gestaltung als auch beim Einsatz von Educasts zu berücksichtigen. Zum anderen gilt es, das Medium Educast auf seine Wechselwirkung von unterschiedlichen Methoden, Lerninhalten und Zielgruppen hin zu untersuchen. Educasts können im Lernprozess zur Wissenspräsentation in darstellender und organisierender Weise sowie zur Unterstützung personeller Kommunikation genutzt werden. Damit können sie sowohl einem instruierenden als auch einem konstruktivistischen Lehr-/Lernverständnis zugeordnet werden. Entsprechend lassen sich dann unterschiedliche didaktische Gestaltungsmöglichkeiten entwickeln (siehe Kapitel #lerntheorie). Lern-/Lehrtheoretische Verortung Educasts sind im Grunde genommen Medientechnologien, die in Bildungskontexten eingesetzt werden. Doch diese Medientechnologie macht spezifische Szenarien und Bildungsarrangements möglich. Entlang der Akteursgruppe kann in Szenarien unterschieden werden, die beispielsweise eher Wissensrezeption intendieren, oder – weil es einfach geht – in der Produktion und Distribution die Gestaltung durch Lernende. Die Wissensrepräsentation wird zum Beispiel beim instruierenden Lehren durch das Aufzeichnen von Vorträgen und Vorlesungen oder Erklärungen in den Vordergrund gerückt. Die Struktur der Lerninhalte kann dabei sequentiell gestaltet werden. Die Möglichkeit, nicht verstandene Vortragsabschnitte sanktionslos zu wiederholen, kann dabei eine Steigerung der Motivation bei den Lernenden erwirken (Schulmeister, 2001). Lernende können dann ihren Lernstoff frei nach eigenen Bedürfnissen oder Lernständen auswählen. Bei diesem Modell agieren die Herstellenden als Lehrende, von denen die Rezipientinnen und Rezipienten etwas lernen sollen. Den Educasts können angeleitete Übungen und Aufgaben beigefügt werden, mit dem Ziel, durch ihre Bearbeitung die kognitive Verarbeitung des Gelernten zu fördern. Derartige Nutzung in instruierenden Lernformen folgt dem Lernmodell des Kognitivismus, bei dem davon ausgegangen wird, dass Lernprozesse durch die geleitete Aufnahme und Verarbeitung von Wissen erfolgen: Reize werden aufgenommen und einer kognitiven Verarbeitung und Bewertung unterzogen. Beide Varianten könnten auch für eher konstruktivistische Lernformen angepasst werden: Das gemeinsame Annotieren von Educasts wäre konstruktivistisch, da die Lernenden ihre Ideen und Meinungen mit dem instruierenden Educast verknüpfen. Auch beim Konzept des Flipped Classrooms (siehe Kapitel #offeneslernen) können instruktionale Educasts zur Erlangung von Vorwissen eingesetzt werden, um dann eine diskursive Auseinandersetzung über das Gelernte in der Lerngruppe anzuregen. Eine andere Variante ist die Produktion von Educasts nicht durch Lehrende, die instruieren, sondern durch die Lernenden selbst und kann dem konstruktionistischen Lernen zugeordnet werden (Harel & Papert, 1991). Die Aufgabe, selbst einen Educast zu erstellen, fordert Lernende dazu heraus, ihr selbst angeeignetes Wissen wiederzugeben und für die Konstruktion eines Educasts zu strukturieren. Dazu erstellen sie ein Drehbuch. Diese Nutzungsform von Educasts fördert ein konstruktivistisches Lernen: Wissen wird nicht vorgegeben und gelernt, sondern muss selbst erschlossen, verarbeitet, strukturiert und transferiert werden, um in die Konstruktion eigener kognitiver Schemata zu münden. Durch die Arbeit an der Konstruktion einer eigenen Darstellung des Wissens wird dieser Prozess unterstützt. Der Educast dient dann als ein zu konstruierendes Artefakt, das als eine veräußerlichte Form der erfolgten Lern- und Denkprozesse diskutiert werden kann. Derartige Mediennutzung für Lernprozesse wird auch als Learning-by-Designing (Kafai & Harel, 1991) bezeichnet. Mit Bezug auf den gesamten Prozess, von der Planung, über die Produktion bis zur Distribution und dem sich danach anschließenden Diskurs um die Information, steht der Kontext zu einer bildungstheoretisch-subjektwissenschaftlichen Basis (Faulstich & Zeuner, 1999) oder vor konstruktivistischem Horizont einer Ermöglichungsdidaktik (Arnold, 2003). ! Educasts finden als Medienwerkzeug sowohl mit dem Ziel der assistierenden Vermittlung (zur Instruktion) als auch der Gestaltung (Konstruktion) ihre praktische Anwendung. ? Skizzieren Sie Beispiele für die Nutzung von Educasts als instruierendes Lernen und als konstruktivistisches Lernen Didaktische Gestaltungsmöglichkeiten für den Einsatz von Educasts Ergänzend zur idealen technischen Umsetzung von Podcasts ist besonders ihre adäquate didaktische Gestaltung zu beachten. Neben den oben aufgeführten lerntheoretischen Überlegungen zum Einsatz von Educasts gilt es, den didaktischen Zweck, den pädagogischen Kontext und das didaktische Szenario zu planen. Die Planung des Inhalts Am Anfang steht die Idee, das Thema, welches erlernt oder bearbeitet werden soll. Erarbeiten Sie mit Hilfe eines Drehbuches die genauen Lerninhalte, Lernziele und Produktionswege ihres Educasts. Ein Drehbuch sollte die wesentlichen didaktischen Abläufe umschreiben und alle notwendigen Ressourcen, wie zum Beispiel Produktionsteam, Medien und Zeit, erfassen und einbeziehen. Wichtig für die Lernmotivation ist es, dass der Educast notwendige curriculare Bezüge aufweist. Im Weiteren müssen auch rechtliche Aspekte bei der Produktion eines Educasts beachtet werden, zum Beispiel Urheber-, Nutzungs- und Persönlichkeitsrechte (siehe Kapitel #recht). ! Leitfragen zur Erstellung des Drehbuches: Welche Zielgruppe möchte ich erreichen? Welche Lernziele sollen erreicht werden? Welches technische Educast-Format (zum Beispiel Audiocast, Screencast) soll zum Einsatz kommen? Welche Ressourcen (technisch, personell) sind vorhanden? Wie kann ich das Informationsmaterial auf das Wesentliche eingrenzen, strukturieren? Wie gestalte ich die Lerninhalte? Wie sichere und fördere ich die Motivation (Rekapitulieren, Feedback)? Bei der Einbindung und Erstellung von Educasts sollten Erkenntnisse aus empirischen Studien beachtet werden (zum Beispiel über den Split-Attention-Effekt oder über Lernerfolge bei Audio- und Videomedien, siehe Niegemann, 2008). Didaktische Szenarien Im Folgenden werden didaktische Anwendungen von Educasts in Bereichen wie Hochschule, Schule, Freizeit und Beruf dargestellt. Insbesondere seit der Corona-Pandemie setzen Universitäten vermehrt auf Live-Streaming und Aufzeichnungen von Vorlesungen. Studierende können dadurch in Echtzeit an den Veranstaltungen teilnehmen oder sich Aufzeichnungen im Nachhinein ansehen, um schwer verständliche Inhalte zu wiederholen oder verpasste Vorlesungen nachzuholen – beispielsweise im Rahmen der Prüfungsvorbereitung. Zentrale Podcast-Portale , beispielsweise an Universitäten, sind ideale Orte im Internet, um außerhalb von Lernveranstaltungen und Arbeitsgruppen das Selbstlernen zu unterstützen und zu fördern. Dabei sind Podcast-Portale nicht nur zentrale Anlaufstellen für fachübergreifende Lernmaterialien, sie unterstützen zugleich zum Beispiel einen hochschulübergreifenden Informationsaustausch in Forschung und Lehre. Gebündelt nach Fachbereichen, zentralen Einrichtungen und Themen werden durch zentrale Podcast-Portale zunehmend Beiträge aus Forschung und Lehre abrufbar und durch RSS-Feeds abonnierbar sein. Folgende Aspekte unterstreichen das innovative Potenzial: Verbesserung des Zugangs zu den Podcasts Unterstützung der individuellen Informationsaggregation nationaler und internationaler Wissenstransfer und Wissenstransparenz Vernetzung mit der Fachcommunity und anderen Institutionen Förderung des Online-Wissenschaftsjournalismus Erhöhung der Marketingeffekte Screencasts werden meist zur anschaulichen Instruktion benutzt (zum Beispiel Softwareschulungen). Sie können aber auch zur Präsentation von Arbeitsergebnissen in Veranstaltungen genutzt werden. Lernende, die ihre Ergebnisse präsentieren wollen, erstellen mithilfe eines Screencasts ihre Präsentation (beispielsweise Arbeitsergebnisse einer Projektarbeit) und stellen diese zum Herunterladen bereit. Dazu sammeln sie in (durchaus auch verschiedenen) Computermedien visualisierte Darstellungen ihrer Ergebnisse (zum Beispiel Fotos, Webseiten, Präsentationsfolien, Darstellungen in Textverarbeitungsseiten oder Tabellenkalkulationen) und erstellen ein Drehbuch für ihre Präsentation, die sie dann durchführen, indem sie zu einem imaginären Publikum sprechen. Das Publikum ruft die Präsentation online ab. Lernende entwickeln dabei häufig mehr Ehrgeiz als bei einer Präsenzpräsentation, da sie die Aufzeichnung wiederholen können (Zorn, 2010). Podcasts erlauben es Studierenden, Interviews mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern oder mit Praxisexpertinnen und Praxisexperten durchzuführen, szenische Dialoge zu entwickeln und aufzuzeichnen, sowie eigene Features zu recherchieren und zu entwickeln. Damit kann Studierenden ein realistischer Erfahrungsraum ermöglicht werden. Dies umfasst ebenso die Ausformulierung einer Idee/Konzeption, wie deren Umsetzung. Ein derartiges Praxisprojekt stellt Studierenden sicher, dass über einen langen Zeitraum ihre Arbeitsergebnisse öffentlich zugänglich sind und trägt somit dem Gedanken des Lernportfolios Rechnung. Projekte und Beispiele Educasts finden in Bildungskontexten immer häufiger Anwendung. Im Folgenden wird ein Überblick über Projekte und Beispiele gegeben, mit dem Ziel, möglichst diverse Einsatzbereiche aufzuzeigen. Allgemein betrachtet bieten Youtube oder ähnliche Videoplattformen eine große Anzahl an Educasts,die vielfältige didaktische Ansätze präsentieren, flexibles Lernen ermöglichen und Lehrkräfte sowie Lernende mit innovativen, praxisnahen Inhalten unterstützen. Über diese Kanäle werden fachspezifische Tutorials, interaktive Lehrvideos und Podcasts zugänglich gemacht, die einen unkomplizierten Zugang zu hochwertigen Bildungsressourcen bieten. Podcasts sind in den letzten Jahren ein größerer Bestandteil der Freizeitunterhalten geworden, und zeigen aber auch im Bildungskontext anschaulich, wie sich diese als verschiedene Lern- und Lehrformate nutzen lassen. Sie bieten den Vorteil der zeit- und ortsunabhängigen Rezeption und eignen sich besonders gut zur Vertiefung von Themen, zur Reflexion oder als ergänzendes Lernmaterial zu Präsenz- oder Onlineveranstaltungen. Der Podcast Westermann Freistunde richtet sich an Lehrerinnen und Lehrer und liefert regelmäßige Unterrichtsideen für das Fach Deutsch und behandelt Themen wie den Einsatz von Serien und Social Media im Unterricht. Erstellt wird dieser Podcast von Laura Thurn, welche selbst Lehrerinwelche selbst Lehrerin, unter anderem für das Fach Deutsch, ist ( https://www.westermann.de/landing/mobile-schule/westermann-freistunde ). Der Podcast Bildungstalk strebte in seiner Wirkung einerseits nach der Distribution lehrveranstaltungsergänzender Themen wie auch dem Ermöglichen des Kompetenzerwerbs für Studierende aus medienpädagogischer und medienpraktischer Sicht ( https://www.bildungstalk.uni-frankfurt.de/category/bildungstalk-gesamt/ ). In der Schule stehen die projektbezogenen Podcast-Produktionen durch die Schüler/innen im Vordergrund (mehr unter http://www.schulpodcasting.info/ ). Neben internen Schulprojekten (zum Beispiel Podcasts im Fremdsprachenunterricht, Podcasts als Schulradio) gibt es auch Podcasts als Lernbrücken zu anderen Schulen. Wichtig ist zu beachten, dass bei minderjährigen Schülerinnern und Schülern die Verantwortlichkeit für die Inhalte im Podcast bei den Lehrenden beziehungsweise bei der Schulleitung liegt. Daneben ist es wichtig, bei der Verwendung von personenbezogenen Daten wie Fotos und Namen von Minderjährigen die Erlaubnis der Eltern einzuholen. Das BMBF-Verbundprojekt HAnS vereint neun Hochschulen und drei hochschulübergreifende Einrichtungen, um eine intelligente, digitale Lehr-/Lernumgebung zu entwickeln, in der videobasierte Lehrmaterialien – im Sinne moderner Educasts – verschriftlicht, indexiert und durch einen KI-Tutor ergänzt werden, der automatisch Übungsaufgaben generiert. So unterstützt das System Studierende im Selbststudium und ergänzt die Präsenzlehre, während interdisziplinär didaktische, ethische, akzeptanzbezogene und datenschutzrelevante Aspekte im Rahmen eines iterativen, forschungsbasierten Prozesses kontinuierlich optimiert werden. (Freier, Bocklet, & Helten, 2023) ? Entwickeln Sie ein Lernszenario, in dem Educasts eingesetzt werden. Berücksichtigen Sie hierbei alle Angaben zum Drehbuch. ? Recherchieren Sie im Internet Podcasts aus folgenden Kontexten: Nachrichten, Jugendbildung, Migrationspädagogik, Schule. Hören/Sehen Sie sich die Beiträge an und notieren Sie, welchen pädagogischen Zweck sie verfolgen. Bildungskontexte für den Einsatz von Educasts Educasts zum selbstgesteuerten, lebenslangen Lernen Im bildungspolitischen Kontext wird neben der Medienbildung eine lernendenzentrierte Lehrauffassung mit Blick auf die Unterstützung und Förderung des selbstgesteuerten, lebenslangen Lernens erwartet (BLK 2004, 13-30). Die Selbststeuerung des eigenen Lernens ist dabei ein Ideal zur aktiven Bewältigung des durch Globalisierung sowie wirtschaftliche und technische Veränderungen hervorgerufenen Wandels. Im Wesentlichen soll die Verantwortung für viele Aspekte des Lernens in die Hand der Lernenden gelegt werden. Die Lernenden sollen demnach mehr oder weniger die Fähigkeit erhalten, sich selbst zu unterrichten (Simons, 1992, zitiert nach Mandl & Krause, 2001; Dohmen, 1999). Dieser aktive Aneignungsprozess bietet umfassende Möglichkeiten zur eigenen Lernausrichtung sowie zur Überprüfung des Lernprozesses (Arnold & Gómez Tutor, 2007). Vor diesem Hintergrund eröffnen Educasts mobile und flexible Lernwege, die besonders das selbstgesteuerte Lernen unterstützen. So können die Lernenden den Lernort und die Lernzeit selbst bestimmen. Darüber hinaus können beim Selbstlernen mit Educasts eigene Lernbedürfnisse festlegt werden, sowie eigene Lernziele bestimmt, organisiert und reguliert werden. Vorausgesetzt werden müssen die nötigen Selbstlern- und Medienkompetenzen zur Auffindung, zur Auswahl und zum Rezipieren von Educasts. Auch können durch gemeinsames Rezipieren der Educasts soziale Einbindungen unterstützt und gefördert werden, wie beim gemeinsamen Explizieren, Argumentieren und Rekapitulieren. Die Lernenden beeinflussen beim Rezipieren der Educasts den eigenen Lernprozess selbst aktiv in (meta-)kognitiver, motivationaler, emotionaler und sozialer Hinsicht. Educasts in institutionellen Kontexten Bildungsinstitutionen produzieren Educasts mit mehrfacher Absicht: Support der Lernenden, Transparenz der Lehre, Kontaktpflege zu den Alumni der Institution, Steigerung der Reputation der Institution; im Fall von öffentlich zugänglichen Educasts eine Erweiterung der Zielgruppe über den traditionellen Veranstaltungskontext hinaus. So leisten Educasts einen Beitrag als offene Bildungsmaterialien (Geser, 2007, siehe Kapitel #openaccess). Museen verwenden Educasts beispielsweise, um sowohl im Museum als auch auf einer Museumswebseite Informationen über Ausstellungen und Exponate zu vermitteln. Unternehmen nutzen Educasts, um öffentlichkeitswirksam auf ihrer Website ihre Produkte zu beschreiben. Mehr und mehr wenden sie Educasts auch intern für die Mitarbeiter/innen-Schulung an, indem beispielsweise Educasts für das formelle und informelle Lernen am Arbeitsplatz bereitgestellt werden. Educast als Alltagsgegenstand in der Wissensgesellschaft Während in den zuvor beschriebenen Kontexten Educasts eingesetzt werden, um sich darin vermittelte Lerninhalte anzueignen (zum Beispiel über Sprachen, Zeitalter, Firmenprodukte), ist ein weiterer Bildungskontext die medienpädagogische Veranstaltung, in der Educasts mit den Lernenden entwickelt werden, um eine Auseinandersetzung mit Medien in der Gesellschaft anzuregen: Aus einer medienpädagogischen Perspektive heraus wird Podcasting als Phänomen der medialen Alltagswelt wahrgenommen (siehe Kapitel #medienpaedagogik). Im Bildungskontext könnten in Medienpädagogik-Workshops die Fähigkeit vermittelt werden, Educasts zu gestalten und sie im Internet für die Öffentlichkeit bereitzustellen. Die Educast-Herstellung würde dann als Mittel vorgestellt werden, um Menschen das Prinzip zu erläutern, kreativ und öffentlichkeitswirksam ihre Sichtweisen auf ein Thema darzustellen und somit ihre gesellschaftlichen Partizipationsmöglichkeiten zu erweitern. Corona und der Einfluss auf Educasts Die Corona-Pandemie hat den Bildungsbereich nachhaltig verändert und die Digitalisierung des Lernens erheblich beschleunigt. Insbesondere während der Lockdown-Phasen rückten digitale Lernressourcen wie Educasts stärker in den Mittelpunkt. Lehrende wie Lernende mussten sich auf neue Formate einstellen, bei denen Flexibilität, Selbststeuerung und ortsunabhängiges Lernen essenziell wurden. Educasts ermöglichten es, Lerninhalte trotz physischer Distanz zu vermitteln und dabei individuelle Lernrhythmen zu berücksichtigen. Auch nach der Pandemie bleiben Educasts ein wichtiger Bestandteil hybrider und digitaler Lehr- und Lernkonzepte und tragen dazu bei, Bildung inklusiver, zugänglicher und anpassungsfähiger zu gestalten. ! Educasts sind auch Bildungsgegenstand bei der Förderung von Medienkompetenz. ? Erstellen Sie in Kleingruppen einen etwa fünfminütigen Podcast zu einem frei gewählten Bildungsthema. Entwickeln Sie eine klare Struktur (z. B. Einleitung, Hauptteil, Fazit). Fazit Heutzutage lässt sich feststellen, dass die Einsatzbereiche für Educasts stark gewachsen sind, nicht zuletzt durch den Einfluss von Corona. Die Technologien zur Erstellung solcher Formate sind weit verbreitet und leicht zugänglich – dank moderner Geräte wie Smartphones, Tablets und Laptops, die über hochwertige Video- und Aufnahmetechnik verfügen. Internetbasierte Videoportale verzeichnen weiterhin hohe Nutzerzahlen und werden zunehmend als wichtige Quellen für die Informationssuche genutzt. Im Lernkontext zeigt sich, dass die Dominanz von reinem Text- und Bildmaterial, wie wir es aus klassischen Lehrbüchern kennen, weiter abnimmt. Stattdessen greifen Lernende immer häufiger auf Audio- und Videoformate wie Educasts zurück, um sich Inhalte flexibel und multimedial anzueignen. Zusätzlich zu diesen Entwicklungen bieten LLMs und KI-gestützte Technologien neue Chancen für Educasts. Intelligente Algorithmen ermöglichen etwa die automatisierte Erstellung und Anpassung von Lerninhalten sowie personalisierte Empfehlungssysteme, die den Lernprozess individuell optimieren. Auf diese Weise können Educasts interaktiver und adaptiver gestaltet werden – ein entscheidender Schritt, um den vielfältigen Bedürfnissen moderner Lernender gerecht zu werden. Literatur Arnold, R. & Gómez Tutor, C. (2007). Grundlinien einer Ermöglichungsdidaktik. Bildung ermöglichen - Vielfalt gestalten. Augsburg: ZIEL Verlag. Arnold, R. (2003). Ermöglichungsdidaktik: erwachsenenpädagogische Grundlagen und Erfahrungen. Baltmannsweiler / Hohengehren: Schneider-Verlag. BLK Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (2004). Strategie für Lebenslanges Lernen in der Bundesrepublik Deutschland. Materialien zur Bildungsplanung und zur Forschungsförderung, Heft 115. Bonn: Bund-Länder- Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung, URL: http://www.blk- bonn.de/papers/heft115.pdf [14-11-2010]. Dohmen, G. (1999). Weiterbildungsinstitutionen, Medien, Lernumwelten: Rahmenbedingungen und Entwicklungshilfen für das selbstgesteuerte Lernen. Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), URL: http://elib.tu- darmstadt.de/tocs/74317490.pdf [14-11-2010]. Faulstich, P. & Zeuner, C. (1999). Erwachsenenbildung: eine handlungsorientierte Einführung. Weinheim: Juventa-Verlag. Freier, C., Bocklet, T., Helten, A. K., & weitere. (2023). Wie kann videogestütztes Lernen die Erwartungen Studierender und Dozierender erfüllen? Soziale Passagen, 15, 631–635. https://doi.org/10.1007/s12592-023-00478-0 Geser, G. (2007). Open Educational Practices and Resources, OLCOS Roadmap 2012. URL: http://www.olcos.org/english/roadmap/ [15-07-2010]. Harel, I. & Papert, S. (1991). Constructionism: research reports and essays, 1985-1990. In: Epistemology & Learning Research Group (Hrsg.), Massachusetts Institute of Technology. Epistemology & Learning Research Group & Media Laboratory, Norwood/New Jersey: Ablex Publishing Corporation. Kafai, Y. B. & Harel, I. (1991). Learning through Design and Teaching. In: I. Harel & S. Papert (Hrsg.), Constructionism. Norwood/New Jersey: Ablex Publishing Corporation, 85- 110. Ketterl, M.; Schmidt, T.; Mertens, R. & Morisse, K. (2006). Techniken und Einsatzszenarien für Podcasts in der universitären Lehre: 4. e-Learning Fachtagung Informatik der Gesellschaft für Informatik e.V. (DeLFI 2006). Darmstadt: Gesellschaft für Informatik. Krüger, M. (2009). Kooperatives Lernen mit Vorlesungsaufzeichnungen anhand von drei Beispielen. In: A. Schwill & N. Apostolopoulos (Hrsg.), Lernen im digitalen Zeitalter. 7. e- Learning Fachtagung Informatik der Gesellschaft für Informatik e.V. (DeLFI 2009). GI- EditionProceedings: Bd. 153, Bonn: Gesellschaft für Informatik, 171-180. Krüger, M. (2011). Das Lernszenario VideoLern: Selbstgesteuertes und kooperatives Lernen mit Vorlesungsaufzeichnungen - Eine Design-Based-Research Studie. Dissertation. Neubiberg: Universität der Bundeswehr in München. URL: http://athene.bibl.unibw- muenchen.de:8081/doc/88469/88469.pdf [23.08.2013]. Krüger, M., Steffen, R . & Vohle, F. (2012 ). Videos in der Lehre durch Annotationen reflektieren und aktiv diskutieren. In: Csanyi, G., Reichl, F., Steiner, A. (Hrsg.) Digitale Medien – Werkzeuge für exzellente Forschung und Lehre. Waxmann Verlag, Münster. Mandl, H. & Krause, U. M. (2001). Lernkompetenz für die Wissensgesellschaft. Forschungsberichte LMU Nr. 145, München. Ludwig-Maximilians- Universität. Mandl, H. & Reiserer, M. (2001). Individuelle Bedingungen lebensbegleitenden Lernens. Forschungsberichte LMU Nr. 136. München: Ludwig-Maximilians- Universität, URL: http://epub.ub.uni-muenchen.de/244/ [06-10-2008]. Mayer, R. E. (2005). The Cambridge handbook of multimedia learning. Cambridge: Cambridge University Press. Niegemann, H. M. (2008). Lernen mit Medien. In: H.M. Niegemann (Hrsg.), Kompendium multimediales Lernen. Berlin/Heidelberg: Springer, 41-63. Ranner, T. & Reinmann, G. (2011). Videoreflexion und Wissenskooperation in der Fahrlehrerausbildung. In T. Köhler & J. Neumann (Hrsg.), WissensGemeinschaften: Digitale Medien - Öffnung und Offenheit in Forschung und Lehre (S. 314-324). Münster: Waxmann. Rust, I . & Krüger, M. (2011 ). Der Mehrwert von Vorlesungsaufzeichnungen als Ergänzungsangebot zur Präsenzlehre. In: Köhler, T., Neumann, J. (Hrsg.) Wissensgemeinschaften. Digitale Medien – Öffnung und Offenheit in Forschung und Lehre. Waxmann Verlag, Münster. Schiefner, M. (2008). Podcasting – Educating the Net Generation!?. In: Raunig, Ebner, Thallinger & Ritsch (Hrsg.), Lifetimepodcasting - Proceeding der österreichischen Fachtagung für Podcast (S. 13-27), URL: http://fmysql.tu- graz.ac.at/~karl/verlagspdf/podcasting_tagungsband.pdf [18-05-2011 ]. Schulmeister, R. (2001). Virtuelle Universitäten - Virtuelles Lernen. München: Oldenbourg Verlag. Simons, P. R. J. (1992). Lernen, selbständig zu lernen - ein Rahmenmodell. In H. Mandl & H. F. Friedrich (Hrsg.), Lern- und Denkstrategien. Analyse und Intervention (S. 251-264). Göttingen: Hogrefe. Tillmann, A., Bremer & C., Krömker, D. (2012 ). Einsatz von E-Lectures als Ergänzungsangebot in der Präsenzlehre. Evaluationsergebnisse eines mehrsperspektivischen Ansatzes. In: Csanyi, G., Reichl, F., Steiner, A. (Hrsg.) Digitale Medien – Werkzeuge für exzellente Forschung und Lehre. Münster: Waxmann Verlag . Vohle, F. (2009). Cognitive tools 2.0 in trainer education. International Journal of Sports Science and Coaching, 4 (2009), S. 583-595. Zorn, I. (2010). Synergies: How Online Teaching can improve Quality of Face-to-Face Teaching. Paper presented at the EDEN Annual Conference: Media Inspirations for Learning. 9.-12.6.2010. Valencia (Spanien).